

Kindertraining
Im Kindertraining wird neben sportlichen Aspekten und dem Erlernen von Bewegungsabläufen auch besonders die geistige und ethische Entwicklung der Kinder gefördert.
Miteinander statt Konkurrenz
Die Kinder und Jugendlichen sollen den Unterricht als ein "Miteinander" erleben, dabei Freude empfinden und dies in ihren schulischen Alltag einfließen lassen. Der Unterricht soll auch helfen, Kooperation und gegenseitige Akzeptanz zu erlernen.
Häufig finden sich die Schüler ja bei sportlichen Wettkämpfen, z. B. bei den Bundesjugendspielen, aber auch in der Schule und im Alltag in Konkurrenzsituationen. Schon in jungen Jahren -mit zunehmendem Alter immer mehr- geht es um Gewinnen oder Verlieren, um die bessere Note oder das neuere Handy.
Solche Konkurrenzsituationen versuchen wir im Kinderunterricht zu vermeiden, beispielsweise durch kooperative Spiele oder gegenseitiges Helfen,
bei dem die älteren Schüler den jüngeren etwas zeigen sollen. Die Kinder sollen mit der Zeit verstehen, daß jedes von ihnen bereits durch die Teilnahme am Unterricht ein Gewinner ist, da es hier für sich selbst lernt. Verlierer oder schlechte Noten gibt es deshalb im Unterricht nicht.
Erfolgserlebnisse -z. B. über eine Technik, die plötzlich klappt- können dann direkt das Selbstwertgefühl heben.
Eine Anerkennung durch die anderen ist dabei natürlich angenehm und soll auch ruhig erfolgen, aber eben nicht im Vordergrund der Motivation stehen.
Keine Angst vor Versagen haben müssen
Jeder von uns erlebt im Alltag den einen oder anderen Mißerfolg, auch die Kinder. Häufen sich diese aber, wirkt es sich negativ auf das Selbstwertgefühl aus und man wird unglücklich.
Solche Frustrationserlebnisse möchten wir im Kinderunterricht vermeiden, da er Ausgleich zum Alltag sein soll, bei dem die Kinder Spaß haben sollen.
Die Kinder unterscheiden sich üblicherweise in ihren körperlichen Fähigkeiten und motorischen Lernfähigkeiten - dies gilt für das Erlernen von Bewegungen ebenso wie für andere Schulfächer.
Der Vorteil ist hier, dass es kein Lehrplanziel zum Ende des Jahres zu erreichen gilt, sondern auf die Fähigkeiten des einzelnen Kindes eingegangen und die Anforderungen individuell erreichbar gestaltet werden können.
Lernen, mit Aggressionen umzugehen
Schließlich sollen die Kinder lernen, ihre natürlichen Aggressionen und überschüssigen Energien in produktive Bahnen zu lenken, anstatt sie destruktiv zu nutzen.
Eine bei den Kindern beliebte Übung, bei der sie sich verausgaben können, ist z. B. das Schlagen an den Schlagkissen.
Selbstbehauptung und -verteidigung
Im Unterricht wird mit den Kindern in regelmäßigen Abständen auch über das Thema Selbstbehauptung und -verteidigung gesprochen,
z. B. "Wer darf über meinen Körper bestimmen?", "Wie nah dürfen mir andere (Kinder / Erwachsene) kommen?", "Wann darf ich mich körperlich wehren?", "Wie erkenne ich Gefahren?"
Dazu lernen die Kinder einige, ihren körperlichen Fähigkeiten entsprechende Techniken.
Typische Gestaltung des Unterrichts:
Aufwärmen und sportliche Bewegung, ca. 50% Zeitanteil, z. B.
- Lockerungsübungen, Dehnung
- Laufspiele, Kooperationsspiele, Geschicklichkeitsspiele
- Koordinationsübungen, Gleichgewichtsübungen
... geht über in
Techniken, ca. 50% Zeitanteil, z. B.
- Tritt - Sprungübungen aus dem Kung Fu
- Handtechniken, Basistechniken aus dem Kung Fu
- Formen / Schattenboxen (festgelegte Bewegungsabläufe)
... und am Ende oft noch ein paar Minuten
Theorie, z. B.
- Selbstverteidigung und Selbstbehauptung
- Umgang mit Konfliktsituatonen
- Ursprung / Geschichte der Kampfkunst / des Kung Fu
- über den Körper
Erfahrungsbericht einer Mutter über das
Kung Fu Training ihrer Kinder.